Wirkung von Honig auf die Haut

Wie wirkt Honig auf unsere Haut?

Mein Tipp zum Einstieg, damit Ihr die Wirkung von Honig auf die Haut selbst hautnah spüren könnt: Schmiert Euch kalt gerührten Honig pur auf die Haut! Ein paar Minuten einwirken lassen und dann den Honig mit warmem Wasser wieder von der Haut abspülen. Das Ergebnis ist verblüffend: eine zarte, weiche und durchblutete Haut, die sich einfach nur gut oder bei Hautproblemen wie Pickel und Akne zumindest viel besser als vor der Honig-Behandlung anfühlt. Das Ergebnis spricht für sich, aber welche Wirkung hat der Honig auf die Haut genau?

Grob gesagt: Die vielfältigen Honig-Inhaltsstoffe ernähren unsere Haut, binden Feuchtigkeit und wirken beruhigend.

 

Honig ist für alle Hauttypen geeignet

Ob trockene und empfindliche Haut oder aber fettige, unreine Akne-Haut – jeder Hauttyp kann von der Anwendung von Honig zur Hautpflege profitieren. Kalt gerührter Honig enthält rund 200 unterschiedliche Inhaltsstoffe, darunter auch einige Vitamine, Mineralstoffe, Aminosäuren, Proteine, Polyphenole (Antioxidantien) und organische Säuren, die ebenfalls eine positive Wirkung auf die Haut ausüben.  Honig-Kosmetik kann man auch ganz leicht selber machen – einfache und schnelle Rezepte dafür gibt es genügend. Besonders Menschen mit empfindlicher Haut können auf diese Weise selbst bestimmen, welchen Honig sie in Kombination mit anderen Wirkstoffen verwenden möchten, um eine gewünschte Wirkung zu erzielen.

Welche Honig-Sorte für die Haut?

Und wie kommt man nun an die positive Wirkung von Honig auf die Haut? Am besten Honig-Naturkosmetik selber machen. Ich selbst habe zu Beginn meinen eigenen, frischen, noch nicht kristallisierten Blütenhonig auf meine Haut aufgetragen und zum Selbermachen von Honig-Kosmetik verwendet. Allerdings war dies eine recht klebrige Angelegenheit. Inzwischen verwende ich zum Honig-Kosmetik-Selbermachen am liebsten Bio-Akazienhonig (Robinienhonig), da dieser flüssig bleibt, gut an der Haut haftet und nicht so klebrig ist, wie viele andere Sorten.Grundsätzlich sollte der Honig möglichst frisch sein, kühl und dunkel gelagert worden und auf keinen Fall erhitzt worden sein, damit er reich an Enzymen ist und seine volle Wirkung auf der Haut entfalten kann. Im Prinzip ist jeder Honig geeignet der diese Voraussetzungen hat. Zum schnellen Start könnt ihr das nehmen, was Ihr gerade zu Hause habt. Sollte der Honig eine cremige Konsistenz haben, dann könnt ihr ihn zum Auftragen auf die Haut entweder im Wasserbad bis maximal 40 Grad wieder verflüssigen. Oder ihr rührt ihn in eine flüssige Komponente ein – auch dann wird er schnell flüssig. 

 

Muss es unbedingt Manuka-Honig für die Haut sein?

Menschen mit Akne-Haut und Leidensdruck aufgrund der damit verbundenen Hautunreinheiten plus Pickel schätzen besonders die antibakterielle und entzündungshemmende Wirkung des Honigs auf die Haut. Der neuseeländische Manuka-Honig wird vielerorts als Wunder-Honig für die Haut gepriesen. Mein Selbstversuch konnte eine überdurchschnittliche Wirkung auf meine unreine Haut im Vergleich zum Akazienhonig  allerdings nicht bestätigen. Aufgrund dieser Erfahrung halte ich es persönlich für überflüssig und auch ökologisch zweifelhaft, mir meinen Honig für die Hautpflege um die halbe Welt fliegen zu lassen. Zumal Manuka-Honig vergleichsweise teuer und zudem eine der am meisten gefälschtesten Honigsorten ist.

Das schweizer Kompetenzzentrum für landwirtschaftliche Forschung Agroscope hat sich mit dem Thema beschäftigt, welcher regionale Honig wie stark antibakteriell wirkt und dazu einen wissenschaftlichen Übersichtsartikel mit dem Titel „Natürliche antibiotische Eigenschaften des Honigs“ von S. Bogdanov, P. Blumer veröffentlicht.

 

Honig wirkt entzündungshemmend auf die Haut

Lauter unschöne Rötungen auf der Haut im Gesicht? Hautentzündungen und Hautausschlag können durch Honig gemildert werden, denn er wirkt entzündungshemmend und mildert Hautrötungen. Auf Haut mit Hautunreinheiten hat Honig durch seine antibakteriellen Eigenschaften eine klärende und ausgleichende Wirkung. Regelmäßig auf die Haut aufgetragen kann Bienenhonig deshalb auch optisch das Hautbild verbessern.

 

Honig – eine Extraportion Feuchtigkeit für die Haut

Eine feuchtigkeitsspeichernde Wirkung hat Honig auf die Haut, indem er Feuchtigkeit in die Hornschicht zieht. Dadurch kann er unsere Haut aufpolstern und sie wird wieder weich und geschmeidig machen. Zeichen der Hautalterung verringern sich durch diese Honig-Wirkung.

Wirkung von Honig auf die Haut – nur teilweise erforscht

In der Literatur wird die Wirkung von Honig auf die Haut mit folgenden Eigenschaften beschrieben:

antibakteriell, abschwellend, antiseptisch, entzündungshemmend, wundheilend, feuchtigkeitsspendend, reinigend, antimikrobiell, glättend, desinfizierend, hautregenerierend, erfrischend, verjüngend, aktivierend, hautberuhigend, antioxidativ, wundheilend.

Tatsächlich mit klinischen Studien hinreichend wissenschaftlich belegt sind nur wenige dieser, dem Bienenhonig zugesprochenen Wirkungen, auf die Haut. Seit einigen Jahren wird Honig aufgrund seiner wundheilungsfördernden Eigenschaften in einigen Krankenhäusern eingesetzt. Letztendlich ist davon auszugehen, dass noch gar nicht alle Wirkungsmechanismen vom Honig und seiner Sortenvielfalt auf die Haut erforscht sind. Wie bei Naturheilverfahren, stelle ich mir statistisch abgesicherte klinische Studien zum Nachweis der Wirkung von Honig auf die Haut, als Doppelblindversuch mit Placebo durchgeführt, als nur schwer durchführbar vor. Wir bewegen uns also größtenteils  im Bereich traditionell angewendeter Erfahrungsmedizin – Komplementärmedizin beziehungsweise Naturheilkunde. Alles Hokuspokus oder ist tatsächlich etwas dran am Haut-Multitalent Honig?

 

Honig wirkt als natürliche Hautdesinfektion antiseptisch, antimikrobiell (antibakteriell) und antimykotisch auf die Haut

Mit seinem niedrigen pH-Wert von meistens 3-4 ist Honig mild-sauer, aber in jedem Fall saurer als die Haut. Durch Erzeugung eines sauren Milieus hemmt Honig das Bakterienwachstum. Diese antibakterielle Wirkung vom Honig auf die Haut variiert allerdings zum einen innerhalb der Honig-Sorten, zum anderen aber auch innerhalb derselben Honigsorte von Ernte zu Ernte.

Antiseptisch, antibakteriell, antimykotisch, antibakteriell? Wo ist der Unterschied?

Zur Erklärung: die antiseptische Wirkung von Honig auf die Haut meint, dass der Bienenhonig gegen infektiöse Keime auf der Haut wirkt. Antibakteriell bedeutet, dass Honig bakterien-tötend wirkt beziehungsweise deren Vermehrung hemmt. Eine antimykotische Wirkung auf die Haut hat der Honig, indem er gegen Pilze auf der Haut wirkt und diese abtötet. Antimikrobiell meint die globale Wirkung von Honig gegen das Wachstum von Mikroorganismen (dazu zählen Bakterien und Pilze) auf der Haut.

 

Antiseptisch ok, aber wie? Honig setzt Wasserstoffperoxid frei

1892 wurde Honig erstmals eine antimikrobielle Wirkung zugeschrieben. Honig ist durch seinen geringen Wasseranteil von 15-18% eine konzentrierte Zuckerlösung und wirkt somit osmotisch. In Bezug auf die Haut-Wirkung entzieht Honig auf diese Weise Krankheitserregern das lebensnotwendige Wasser.

Je nach Herkunft enthalten manche Honige zusätzlich antibakteriell wirkende aromatische Säuren und Flavonoide (Gallussäure, Kaffeesäure, Ferulsäure, Benzoesäure und Zimtsäure, Kämpferol). Hierzulande zählt Rapshonig zu den stark antibakteriellen Honigen. Aufgrund seiner stark antibakteriellen Eigenschaft bekannt geworden ist der neuseeländische Manuka-Honig.

Die antibakteriellen Inhaltsstoffe des Honigs nennt man Inhibine. Die Bienen setzen bei der Honig-Produktion ein Honig-Enzym namens Glucose-Oxidase hinzu, welches aus dem im Honig enthaltenen Zucker ununterbrochen kleine Mengen Wasserstoffperoxid entstehen lässt. Wasserstoffperoxid gilt als wichtigstes Inhibin im Honig. Dies unterstützt maßgeblich die antiseptische Wirkung von Honig auf die Haut. Je enzymreicher der Honig, desto stärker fällt diese Wirkung aus. Gegenüber dem Wasserstoffperoxid aus der Apotheke hat Honig als natürliches Antiseptikum den Vorteil, dass aufgrund der permanenten Nachbildung bereits kleine Konzentrationen genügen um Bakterien auf der Haut zu töten ohne die Hautzellen zu schädigen.

Warnhinweis zur wundheilenden Wirkung

Wer die wundheilende Wirkung von Honig auf die Haut zur Hautdesinfektion von offenen Wunden nutzen möchte, sollte grundsätzlich ein Arzt zu Rate ziehen. Hier kommt allenfalls speziell behandelter medizinischer Honig zur Unterstützung der Wundheilung zum Einsatz, weil im herkömmlichen Honig Bakteriensporen oder Pilze enthalten sein können, die zum Verschlimmern der Wunde führen können.