Die Bienen-Arbeiterin

Die Entwicklung der Biene zur Bienen-Arbeiterin ist ein bemerkenswerter Prozess. Vielen ist die Arbeiterin-Biene kein Begriff, dabei hat sie eine sehr wichtige Rolle im Bienenstaat und sichert dessen Überleben. Eine der bekanntesten Bienen-Arbeiterinnen ist die Hauptdarstellerin der Zeichentrickserie „Biene Maja“.

Steckbrief der Bienen-Arbeiterin:

Lateinischer Name der Bienenarbeiterin:Apis
Geschlecht:weiblich
Körperlänge:1,2 - 1,4 cm
Lebenserwartung der Bienen-Arbeiterin: als Sommerbiene 3-6 Wochen; als Winterbiene bis zu 9 Monate

Einen hilfreichen Überblick gibt auch dieser PDF-Bienen-Steckbrief zum Ausdrucken des Bieneninstituts Kirchheim.

Es gibt in einem Bienenvolk im Hochsommer zwischen 30.000 und 50.000 weibliche Bienen-Arbeiterinnen. Alle Arbeiterinnen haben mit der Königin dieselbe Mutter und sind somit zwingend miteinander verwandt. Sie sind entweder Schwestern oder Halbschwestern, je nachdem ob der Vater derselbe oder ein anderer Drohn ist.

Welche Aufgaben hat die Bienen-Arbeiterin?

Die Bienen-Arbeiterinnen sind fleißige Wesen und haben  entsprechend eine Vielzahl an Arbeiten im Bienenstock zu erledigen.

Konkret lautet die Aufgaben der Bienen-Arbeiterin:

  • Putzen der Wabenzellen
  • Füttern von älterer Brut mit einem Pollen-Honig-Gemisch
  • Füttern junger Brut mit Futtersaft
  • Wabenbau
  • Abnahme des Nektars von den Sammlerinnen-Bienen und Verarbeitung zu Nektar
  • Fluglochbewachung
  • Sammelflüge zum Pollen und Nektar sammeln

Wie ist die Entwicklung der Bienen-Arbeiterin?

Im Bienenvolk ist Arbeitsteilung angesagt. Deshalb ist sind Bienenarbeiterinnen nicht ihr ganzes Leben lang für eine Aufgabe zuständig, sondern die Aufgaben wechseln im Laufe ihres Lebens.

Hier ist die Entwicklung der Bienen-Arbeiterin tabellarisch dargestellt. Diese Tabelle zeigt, in welchem Alter eine Biene normalerweise welche Aufgaben übernimmt:

AlterAufgabeDetails
1-3 TagPutzen von WabenzellenDie frisch geschlüpfte Biene kann weder stechen noch fliegen. Somit ist sie für den Sammeleinsatz noch nicht zu gebrauchen und wird im Innendienst eingesetzt.
4-5 TagFütterung von älterer Brut die mit einem Pollen- Honig-Gemisch gefüttert werden müssen. Die Füttersaftdrüsen werden durch zunehmenden Pollenkonsum entwickelt.
6-12 TagFüttern der jungen Brut mit Futtersaft. Ggf. der Königinnen-Brut mit Gelèe RoyaleDie Futtersaftdrüsen sind zu diesem Zeitpunkt nun voll ausgebildet und somit vollständig einsetzbar.
12-21 Tag- Wabenbau
- Abnahme von frischem Nektar der Sammlerinnen und Verarbeitung zu Honig
- Fluglochwache
Wachsdrüsen am Unterleib der Biene sind jetzt einsatzbereit. Die Futtersaftdrüsen haben sich weiterentwickelt und bilden jetzt Enzyme wie Invertase um den Nektar in Honig umwandeln zu können.
Die Giftblase ist in diesem Alter vollständig mit Honig gefüllt und die Biene ist somit für die Verteidigung des Fluglochs geeignet.
ab dem 21. TagSammelflügeDie Arbeiterin hat einen starken Tag-Nacht-Rhythmus entwickelt. Daher hat sie jetzt das Ende ihrer Entwicklung erreicht und ist an der Spitze angekommen. Sie beteiligt sich nun nicht mehr an den Arbeiten im Stock.

Die Arbeitsverteilung an die Bienen-Arbeiterinnen muss nicht zwingend so ablaufen wie es in der Tabelle gezeigt wird. Vielmehr orientiert sich die Arbeitsverteilung unter anderem auch an dem Bedarf des Bienenvolkes und wird daher individuell organisiert.

Sind Bienen-Arbeiterinnen unfruchtbar?

Im Allgemeinen lässt sich sagen, dass die Arbeiterinnen alle anfallenden Aufgaben im Bienenvolk übernehmen, außer die der Fortpflanzung.  Das Privileg der Fortpflanzung ist im Bienenvolk der Bienenkönigin vorbehalten. Die Bienen-Arbeiterinnen sind entsprechend unfruchtbar, ihre Geschlechtsteile sind verstümmelt. Sollte sich eine Bienen-Arbeiterin doch fruchtbar sein, dann wird sie umgehend durch Abstechen beseitigt.

 

Hat die Bienen-Arbeiterin einen Stachel?

Die Biene verfügt von Geburt an über einen Stachel. Die Giftblase prägt sich erst im Lebensverlauf aus. Bei den Sammlerbienen der Bienen-Arbeiterinnen sind Stachel und Giftblase voll ausgebildet und sie können daher mit Gift stechen.

Wie alt werden die Bienen-Arbeiterinnen?

Die Lebensdauer von Bienen-Arbeiterinnen hängt in erster Linie davon ab, wann im Jahresverlauf sie geboren werden. Ihr Geburtstermin bestimmt, ob sie zu den Winterbienen oder Sommerbienen zählen.  Die Hauptaufgabe der Winterbiene besteht darin, das Überwintern des Bienenvolks sicherzustellen.  Ihre Aufzucht erfolgt von August bis Oktober. Da ein normaler Winter zwischen 6-7 Monaten dauern kann, beträgt die Lebensdauer der Winterbiene bis mehrere Monate.

Die Winterbiene kann aber nur überleben, wenn genügend Vorräte im Stock vorhanden sind und wenn sie sich aus dem Grundstoff Pollen ein Eiweiß-Fettpolster anfressen kann. Nur wenn sie sich dieses Polster binnen der ersten zehn Lebenstage anfressen können und nicht durch das Aufziehen jeglicher Brut beansprucht werden, können sie den Winter überleben und im nächsten Frühjahr die neuen Sommerbienen aufziehen.  Diese für den Sommer bestimmten Bienen-Arbeiterinnen erwartet eine deutlich kürzere Lebensdauer von drei bis sechs Wochen. Die im Sommer im Bienenvolk anstehenden Arbeitet strapazieren das Leben der Sommerbiene so sehr, dass sie schnell verbraucht ist.